Schmalkalden -
Dem
Namenspatron näherkommen? Im Philipp-Melanchthon-Gymnasium macht das jeder
auf seine Weise. Zur laufenden Festwoche anlässlich des 450. Todestages
Melanchthons wollen es alle ganz genau wissen. Wie schön, wenn sich dann so
viele Talentierte bereit erklären, einen Beitrag zu leisten. Wie schön auch,
wenn man auf diese Weise einen musisch-literarischen Abend genießen kann,
auf den man mit den Worten eingestimmt wird: „Lehnen Sie sich zurück und
lassen Sie sich verzaubern."
Die
zahlreich erschienen Eltem, Lehrer und Mitschüler ließen sich im großen Saal
des Freikirchlichen Gemeindezentrums von den Spitzenleistungen in Musik,
Gesang und Gedichtvortrag dermaßen mitreißen, dass der Applaus von Mal zu
Mal merklich anschwoll, die Begeisterung zum Schluss sogar in schrillen
Rufen Ausdruck fand. Horst Machner, Vorsitzender des Fördervereins, und
Oberstufenleiterin Cornelia Hampeis bedankten sich am Ende überschwänglich
bei Schülerinnen, Schülem und den verantwortlichen Lehrerinnen Sybille
Kraus, Regina Storch und Marlen Schuster.
Den
großen Reformator und seine Zeit lernte man an dem Abend in ganz
verschiedenen Facetten kennen. Mit selbst geschriebenen Gedichten, die im
Rahmen des Wahlunterrichts „Literarisches Jahrbuch“ bei Marlen Schuster
entstanden waren und im Literaturkalender 2011 veröffentlicht wurden. Der
Extravaganz der Gedanken über den Theologen waren keine Grenzen gesetzt.
Auch in den Gedichten zu eigenen Empfindungen. Parallel dazu immer
wieder Original-Zitate Melanchthons, die die beiden Moderatorinnen dem
Schulkalender für 2011 entnommen hatten, der, wie der Literaturkalender
auch, für 3,50 Euro käuflich zu erwerben ist. Überhaupt führten Julia
Rothamel und Saskia Weniger dermaßen locker und professionell durch das
Programm, dass die einzelnen Beiträge in all ihrer Unterschiedlichkeit und
im anregenden Wechsel von Altem und Modernem ganz für sich wirken konnten.
Für
die Preisverleihung aus dem Rezitatorenwettbewerb vom Tag zuvor bewiesen die
Jüngsten schließlich die größte Geduld an diesem Abend. Edwin Rothamel,
Alina Möller, Felix Heller und Franziska Reißig ernteten zu vorgerückter
Stunde tosenden Beifall für ihre ausdrucksstarken Vorträge.
Mit
„Musica artium optima est - Die Musik ist die beste Kunst, sagten schon die
alten Römer, dies weiß auch unser geschätzter Lateinlehrer Herr Bachhuber",
kündigten die Moderatorinnen „den letzten Act des Abends“ an: Nicole
Stadler, Konrad Weidner und Robert Glienke bildeten mit Peter Bachhuber ein
vielversprechendes Jazzquartet, das seinen „langersehnten 2. Auftritt“ gab.
Den tatsächlich letzten „Act des Abends“ bildete aber ein spontanes Lied aus
dem Publikum: Weil Robert Glienke an dem Tag seinen 18. Geburtstag beging,
wurde ihm zum guten Schluss ein herzliches „happy birthday" a cappella von
allen Seiten zuteil.
Das
Programm in Kürze
Die
Lyrik des Abends vorneweg: "Melanchthon in Love" (Anne Bothe), "Die Frage"
(Katja Csuk)", „Wer war dieser Herr?" (Maria Stoll) oder "Abenteuerglück"
(Vanessa Neubauer) setzten sich mit dem großen Reformator auseinander.
Gedichte wie "Die Blume und der Wind" (Michelte Lorey), "Wärmende Kälte"
(Marcus Hemling) oder das von Patricia Liebaug vorgetragene "Weltwandel"
(Franziska Kirsch) sprachen von eigenen Empfindungen.
Musikalisch begann der Musikkurs der 12. Klasse mit dem dreistimmigen
Chorsatz "Alta trinita beata" aus dem 15. Jahrhundert unter Leitung von
Sybilie Kraus. Salome Dittmar und Ute Eilenberg spielten auf der Violine.
Der Jugendchor der evangelischen Kirchgemeinde Steinbach-Hallenberg in
Klavierbegleitung von Dorothea Krüger mit Lobpreisliedern. Michelle Rummer
sang "Summertime“.
Der
Musikkurs der Klasse 11 unter Leitung von Regina Storch präsentierte "Kommt
ihr Gspielen" und den Kanon "Kyrie". Gleich im Anschluss die poppige
Interpretation des Liedes "Greensleeves" von Pierre Michaels und Martin
Jungk. Letzterer von beiden gab ganz spontan auch seine fetzige Version von
"summer of 69" zum Besten. Dorothea Eberlein in Klavierbegteitung von ihrer
Mutter Jaqueline Eberlein in höchster Virtuosität mit Vivaldi auf der
Blockflöte. Mareike Krech lud zum Träumen ein ("Dream a little dream"). Mit
dem leidenschaftlich gespielten Chopin-Walzer As-Dur verlieh Ami Eff dem
Konzertflügel die richtige Wirkung. Die hatte auch Merita Krasnicis Gitarre,
mit "Voyeur" von Blink 182 ganz modern. Träumerisch setzte Annemarie Eff am
Flügel den "song of a secret garden" gemeinsam mit Nicole Stadler auf der
Geige um, und überzeugend traurig sangen Claudia Baumann und Laura Petter
"Life without you". sign
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