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Freies Wort- 8. Oktober 2010

Mitreißende Begeisterung

Begeisterung herrschte beim musikalisch-literarischen Abend zu Melanchthon und seiner Zeit vor - für die Schülerinnen und Schüler, die ihre Talente so engagiert einbrachten.

Von Sigrid Nordmeyer

Das vielversprechende neue Jazzquartett mit Lateinlehrer Peter Bachhuber, Konrad Weidner, Robert Glienke und Nicole Stadler (v. l.).           
Foto: Sigrid Nordmeyer

Schmalkalden - Dem Namenspatron näherkommen? Im Philipp-Melanchthon-Gymnasium macht das jeder auf seine Weise. Zur laufenden Festwoche anlässlich des 450. Todestages Melanchthons wollen es alle ganz genau wissen. Wie schön, wenn sich dann so viele Talentierte bereit erklären, einen Beitrag zu leisten. Wie schön auch, wenn man auf diese Weise einen musisch-literarischen Abend genießen kann, auf den man mit den Worten eingestimmt wird: „Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich verzaubern."

Die zahlreich erschienen Eltem, Lehrer und Mitschüler ließen sich im großen Saal des Freikirchlichen Gemeindezentrums von den Spitzenleistungen in Musik, Gesang und Gedichtvortrag dermaßen mitreißen, dass der Applaus von Mal zu Mal merklich anschwoll, die Begeisterung zum Schluss sogar in schrillen Rufen Ausdruck fand. Horst Machner, Vorsitzender des Fördervereins, und Oberstufenleiterin Cornelia Hampeis bedankten sich am Ende überschwänglich bei Schülerinnen, Schülem und den verantwortlichen Lehrerinnen Sybille Kraus, Regina Storch und Marlen Schuster.

Den großen Reformator und seine Zeit lernte man an dem Abend in ganz verschiedenen Facetten kennen. Mit selbst geschriebenen Gedichten, die im Rahmen des Wahlunterrichts „Literarisches Jahrbuch“ bei Marlen Schuster entstanden waren und im Literaturkalender 2011 veröffentlicht wurden. Der Extravaganz der Gedanken über den Theologen waren keine Grenzen gesetzt. Auch in den Gedichten zu eigenen Empfindungen. Parallel dazu immer wieder Original-Zitate Melanchthons, die die beiden Moderatorinnen dem Schulkalender für 2011 entnommen hatten, der, wie der Literaturkalender auch, für 3,50 Euro käuflich zu erwerben ist. Überhaupt führten Julia Rothamel und Saskia Weniger dermaßen locker und professionell durch das Programm, dass die einzelnen Beiträge in all ihrer Unterschiedlichkeit und im anregenden Wechsel von Altem und Modernem ganz für sich wirken konnten.

Für die Preisverleihung aus dem Rezitatorenwettbewerb vom Tag zuvor bewiesen die Jüngsten schließlich die größte Geduld an diesem Abend. Edwin Rothamel, Alina Möller, Felix Heller und Franziska Reißig ernteten zu vorgerückter Stunde tosenden Beifall für ihre ausdrucksstarken Vorträge.

Mit „Musica artium optima est - Die Musik ist die beste Kunst, sagten schon die alten Römer, dies weiß auch unser geschätzter Lateinlehrer Herr Bachhuber", kündigten die Moderatorinnen „den letzten Act des Abends“ an: Nicole Stadler, Konrad Weidner und Robert Glienke bildeten mit Peter Bachhuber ein vielversprechendes Jazzquartet, das seinen „langersehnten 2. Auftritt“ gab. Den tatsächlich letzten „Act des Abends“ bildete aber ein spontanes Lied aus dem Publikum: Weil Robert Glienke an dem Tag seinen 18. Geburtstag beging, wurde ihm zum guten Schluss ein herzliches „happy birthday" a cappella von allen Seiten zuteil.

Das Programm in Kürze

Die Lyrik des Abends vorneweg: "Melanchthon in Love" (Anne Bothe), "Die Frage" (Katja Csuk)", „Wer war dieser Herr?" (Maria Stoll) oder "Abenteuerglück" (Vanessa Neubauer) setzten sich mit dem großen Reformator auseinander. Gedichte wie "Die Blume und der Wind" (Michelte Lorey), "Wärmende Kälte" (Marcus Hemling) oder das von Patricia Liebaug vorgetragene "Weltwandel" (Franziska Kirsch) sprachen von eigenen Empfindungen.

Musikalisch begann der Musikkurs der 12. Klasse mit dem dreistimmigen Chorsatz "Alta trinita beata" aus dem 15. Jahrhundert unter Leitung von Sybilie Kraus. Salome Dittmar und Ute Eilenberg spielten auf der Violine. Der Jugendchor der evangelischen Kirchgemeinde Steinbach-Hallenberg in Klavierbegleitung von Dorothea Krüger mit Lobpreisliedern. Michelle Rummer sang "Summertime“.

Der Musikkurs der Klasse 11 unter Leitung von Regina Storch präsentierte "Kommt ihr Gspielen" und den Kanon "Kyrie". Gleich im Anschluss die poppige Interpretation des Liedes "Greensleeves" von Pierre Michaels und Martin Jungk. Letzterer von beiden gab ganz spontan auch seine fetzige Version von "summer of 69" zum Besten. Dorothea Eberlein in Klavierbegteitung von ihrer Mutter Jaqueline Eberlein in höchster Virtuosität mit Vivaldi auf der Blockflöte. Mareike Krech lud zum Träumen ein ("Dream a little dream"). Mit dem leidenschaftlich gespielten Chopin-Walzer As-Dur verlieh Ami Eff dem Konzertflügel die richtige Wirkung. Die hatte auch Merita Krasnicis Gitarre, mit "Voyeur" von Blink 182 ganz modern. Träumerisch setzte Annemarie Eff am Flügel den "song of a secret garden" gemeinsam mit Nicole Stadler auf der Geige um, und überzeugend traurig sangen Claudia Baumann und Laura Petter "Life without you".                         sign

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