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Freies Wort-  9. November 2011

Geschenke der Hoffnung

Ins Leben gerufen wurde die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" 1990 - seit zehn Jahren werden auch in Schmalkalden Päckchen gepackt.

Von Annett Recknagel

 

Die Klasse 6/2 des Philipp Melanchthon Gymnasiums beteiligte sich an der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton". Mit im Bild Siegfried Eger (r.) und Klassenlehrer Wolfgang Stadler.                                                               Foto: Annett Recknagel

Berenike Eger aus der Klasse 6/2 des Philipp-Melanchthon- Gymnasiums in Schmalkalden. Als Tochter des früheren Pastors der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Schmalkalden kennt sie die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" seit Jahren. Und packt mit ihrer Familie in der Vorweihnachtszeit für Kinder aus ärmeren Ländern regelmäßig Päckchen. Papa Siegfried Eger regte in einem Elternabend an, die Kampagne, die seit nunmehr schon zehn Jahren in Schmalkalden stattfindet, zu unterstützen. Bislang nämlich war sie am PMG noch unbekannt.
Sechs Familien entschlossen sich, in diesem Jahr einen Schuhkarton mit Geschenken zu füllen. Berenike zählte Zeichenblock, Traubenzucker und Handschuhe auf, die in den Karton wanderten. Emmely hat Mütze und Strümpfe eingepackt. Dazu Schokolade, die ungefüllt und ohne Nüsse wieder erlaubt ist. In Luisas Karton ist unter anderem auch ein Federmäppchen, Paula hat Buntstifte und eine Brotdose hineingepackt. Franz kaufte mit seiner Mutti eine Zahnbürste und Zahncreme - dazu ein Legospielzeug. Laura hat gar einen Pullover mitgeschickt.
Alle sechs Kinder kennen die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" schon aus Grundschulzeiten. Sophie und Luisa wissen gar seit dem Kindergarten davon. "Anderen Kindern eine Freude zu bereiten und helfen zu können - das ist einfach nur schön", steht für die Sechstklässler fest. Und dafür macht es den Eltern auch nichts aus, einmal mehr ins Portemonnaie zu greifen. Denn: In den Karton hinein dürfen ausschließlich neue Sachen.
"Das wird streng kontrolliert", weiß Siegfried Eger. Auch Marianne Reichel, die im evangelischen Kindergarten in Steinbach-Hallenberg die Päckchen in diesem Jahr in Empfang nimmt, weist auf diesen Umstand noch einmal gesondert hin. "Alle gebrauchten Waren werden aussortiert", sagt sie. Deshalb sollten Familien, die sich entschließen, einen Schuhkarton für ein Kind in Osteuropa zu packen, die Vorgaben auf dem Flyer genau beachten. "Die Einfuhrbestimmungen der einzelnen Länder sind unterschiedlich", berichtet Siegfried Eger. Er war in dieser Woche bei den Sechstklässlern im PMG zu Gast und versäumte es nicht, ihnen zu sagen, dass die Kartons in diesem Jahr insbesondere nach Rumänien, Moldawien, Albanien und in die Ukraine gehen. Packen kann man einen Karton immer noch.
Und so wird's gemacht: Zuerst entscheidet man sich für ein Mädchen oder einen Jungen, den man beschenken möchte. Drei verschiedene Altersgruppen von zwei bis vier, fünf bis neun und zehn bis 14 Jahren stehen zur Auswahl. Der entsprechende Aufkleber wird einfach auf den Schuhkarton geklebt. Beim Packen sollte man darauf achten, dass nur erlaubte Artikel in die Schachtel wandern. Bei Süßigkeiten ist unbedingt auf die Originalverpackung zu achten. Hier kommen Bonbons, Lutscher, Traubenzucker und Schokolade ohne Nüsse und andere Füllungen in Frage. Verboten sind gebrauchte, alte und kaputte Gegenstände, elektronische Geräte, zerbrechliche oder flüssige Artikel sowie parfümierte Seife. Auch Gummibärchen, Kaubonbons, Lebkuchen, Kekse, Nudeln und Milchprodukte sollten nicht eingepackt werden. Weiter sind Kriegsspielzeug sowie Artikel, die Hexerei oder Zauberei zum Thema haben keine Geschenke für den Schuhkarton. Was dagegen immer gut ankommt, ist ein persönlicher Gruß für das Empfängerkind - etwa ein kleines Foto oder ein persönliches Gebet. 2010 wurden bei der EFG in Schmalkalden um die 700 Pakete auf die Reise geschickt.
Ins Leben gerufen wurde die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" 1990. Damals freuten sich rumänische Waisenkinder über 3000 Geschenkpäckchen. Seitdem hat sich die Kampagne zu einem globalen Weihnachtsprojekt entwickelt. In den vergangenen 20 Jahren wurden mehr als 8,2 Millionen Pakete an Kinder in über 115 Ländern verteilt. Träger der weltweiten Aktion ist Samaritan's Purse. Im deutschsprachigen Raum wird die Aktion als "Weihnachten im Schuhkarton" von Geschenke der Hoffnung e.V. verantwortet und durchgeführt. Das Anliegen von "Weihnachten im Schuhkarton" ist es, Not leidenden Kindern auf der ganzen Welt Freude zu schenken und ihnen auf erlebbare Weise Gottes Liebe zu zeigen. In Schmalkalden können Päckchen noch bis zum 15. November in der zentralen Sammelstelle der EFG im Kanonenweg abgegeben werden. Auch Eckard Liebaug nimmt in seinem Spielwarenladen auf der Salzbrücke Kartons entgegen.

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